Die vermutlich ältesten Ansichtskarten der Ortschaft Mühlleiten bei Groß-Enzersdorf stammen von Anfang des 20. Jahrhunderts. Urheber ist der 1862 in Wien-Leopoldstadt geborene Photograph August Ludwig Holzmann, der in Wien-Kaisermühlen bis 1905 ein Atelier besaß, in der Folge mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn nach Mühlleiten zog und dort sein Gewerbe bis zum Ruhestand 1923 weiterbetrieb. Seine Fotos zeigen das Haus der Greißlerin, die Volksschule, das k. u. k. Jägerhaus, den Wirt und die Kapelle….
weiterlesenAutor: Manfred Christ
Die letzte Seerose des heurigen Jahres
So schön sie auch sein mögen – Weiße Seerosen (Nymphaea alba) sind eine Metapher für das Sterben der Lobau. Wasserpflanzengesellschaften, in denen sie üppig gedeihen, zeigen an, dass die Gewässer im Begriff sind auszutrocknen, zu verlanden. Wo das Wasser still steht, wo aus den vom Strom abgeschnittenen Auwässern träge Seen werden, dort wo sich Schlamm ansammelt, da fühlen sie sich wohl. Weil sich zwischen ihren langen Stielen und ihren Wurzelstöcken organisches Material leicht verhängen kann…
weiterlesen2017: Ernst Zecha, ein legendärer Lobauförster
Oberförster Ernst Zecha ist am 29. Juni 2017 im 99. Lebensjahr verstorben. Er war jahrzehntelang für die Lobau verantwortlich und ist dabei zur Legende geworden. Mit dem 1998 erschienenen Buch „Hirsche in der Lobau – Aufzeichnungen aus den Donauauen“ wurde er weit über sein Revier hinaus bekannt. „Die Vorstellung, in einer Kanzlei zu versauern, war mir unerträglich; ich wollte draußen sein, wollte in der Praxis tätig sein, etwas anderes wäre überhaupt nie in Frage gekommen.“…
weiterlesenViele Hunde sind der Enten Tod
Tierfotograf Kurt Kracher schreibt: „In der Lobau kann man jetzt überall kleine Stockenten beobachten, sie sind mit sehr aufmerksamen Entenmüttern unterwegs.“ Und er merkt an: „Also Hunde bitte an die Leine, sonst werden die jungen Enten rasch weniger!“ Denn wer in der Oberen Lobau spazieren geht, trifft mit Sicherheit alle paar Minuten auf einen Menschen mit einem oder sogar mehreren Hunden, die ohne Leine frei durch die Gegend streifen. Sie bringen den Wildtierkindern den Tod:…
weiterlesenDie ersten Orchideen
Das Frühlings-Knabenkraut (Anacamptis morio, früher Orchis morio, auch „Kleines Knabenkraut“) findet man an begünstigten Standorten in der Lobau oft schon Mitte April. Es handelt sich um eine äußerst düngerfeindliche und sonnenliebende Art, die typisch für die kaum von Sträuchern bewachsenen, offenen Heißländen ist. Darüber hinaus gilt das Frühlings-Knabenkraut als häufigste Orchidee des Marchfeld-Schutzdammes. Eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2006 gibt für den Damm im Bereich Lobau die ungeheure Zahl von 17500 Individuen an. Das…
weiterlesenRobert Eichert: Wien kann froh sein, dass es die Lobau gibt
ROBERT EICHERT aus Wien-Donaustadt radelt durch die Lobau, fotografiert in der Lobau, recherchiert über ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart, schreibt über sie, erzählt über sie und kämpft für ihren Fortbestand. Rekordverdächtige 24 Jahre lang war er Grüner Bezirksrat und hat sich in dieser Zeit einen erstklassigen Ruf als Umweltexperte, Lobau-Kenner und Lokalhistoriker erarbeitet. Seine umfangreiche Sammlung historischer Dokumente und Fotos zur Umweltgeschichte des 22. Wiener Gemeindebezirks und der Lobau ist konkurrenzlos. So kommt es im Jahr 1998…
weiterlesen1948: „Wer rettet in letzter Stunde die Auen bei Wien?“
Im Juni 1948 erschien in der Zeitschrift „Natur und Land“ eine melancholisch-begeisterte Beschreibung der Lobau in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg – verbunden mit einem verzweifelten Aufruf zur Rettung der Wiener Auwälder. Der Autor dieser Zeilen ist der 1882 in Ottakring geborene Pilzkundler Thomas Cernohorsky, 1919 Mitbegründer der „Gesellschaft der Pilzfreunde“, heute „Österreichische Mykologische Gesellschaft“. Cernohorsky war nicht nur für sein Fachwissen bekannt, sondern auch für sein gerades, offenes Wesen und seine menschliche Anteilnahme….
weiterlesenDie Lobau und die Volksbildung
Von Ende des 19. Jahrhunderts an erhoffte man sich in Österreich von der „Bildung für alle“ einen wesentlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt. So entstand eine Vielzahl von Bildungsvereinen, die späteren Volkshochschulen. Im Rahmen der naturwissenschaftlichen Bildung spielte auch die Lobau aufgrund ihrer Vielfalt und ihrer Nähe zu Wien eine wichtige Rolle. Es waren oft weltbekannte Wissenschaftler und heute legendäre Naturschützer, die in Vortragssälen über sie berichteten, Lichtbilder zeigten und ihre Schüler auf Exkursionen begeisterten. Zwischen…
weiterlesenSchneeglöckerlzeit
Die Lobau wurde bis vor kurzem von einem wunderbaren, weißen Mantel aus Schneeglöckchen bedeckt – ein Frühlingsbeginn zum Seufzen. Vor etwa 25 Jahren hat das Lobau-Museum unter der Führung von Anton Klein zu diesem Anlass ein sorgenvolles und mahnendes Informationsblatt verteilt: „Pflücken Sie bitte nicht Körbe und Taschen voll, sondern begnügen Sie sich mit einem Strauß, den Sie bequem mit einer Hand umspannen können. Das Gesetz erlaubt einen „Handstrauß“. Wir alle wissen, was damit gemeint ist: jedenfalls…
weiterlesen“Das Steckenpferd”: Inhaltsverzeichnis des 1. Jahrgangs (1969)
Die Aquarien- und Terrarien-Zeitschrift “Das Steckenpferd” wurde von Anton Klein im Rahmen des Vereins “Zierfischfreunde Donaustadt” von 1969 bis 1973 in Eigenregie hergestellt und gestaltet – ab 1971 widmete sie sich immer häufiger Natur- und Umweltschutzthemen. Sie ist ein Abbild jener Zeit, in der der Naturschutz in Österreich eine politische Bedeutung bekam. Die Erstausgabe vom März 1969 existierte nur noch als schwer zu entzifferndes Exemplar; mittlerweile haben wir es restauriert. DAS STECKENPFERD Ausgabe 1 –…
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